Das war ein toller 2. Geburtstag. Bei all den netten Gästen, den schönen Geschenken und der ganzen Aufregung habe ich aber leider total vergessen Fotos zu schießen. Grrrh… Als ich meinem Mann gerade gesagt habe, dass ich jetzt „schnell“ nochmal den Kuchen nachbacke, sobald der Kleine schläft, hat er mir einen Vogel gezeigt. Recht hat er – das ist Irrsinn.  Deshalb gibt es jetzt erstmal nur ein Bild mit den krümligen Überbleibseln. Zumindest ein Beweis dafür, dass die Gäste ihn gegessen haben, obwohl (fast) kein Zucker dran war. Und mir hat er sogar richtig gut geschmeckt.

Zuckerfrei für Naschkatzen

in meinem Zucker-Artikel habe ich ja schon angekündigt, dass ich meinem Kleinen in seinem dritten Lebensjahr nun auch langsam an süßere Lebensmittel gewöhnen möchte. Mir ist dabei wichtig, dass Süßigkeiten nicht einfach nebenbei aus Langeweile oder Gewohnheit gegessen werden, sondern mit Genuss zu besonderen Gelegenheiten. Für alle Familienmitglieder sollen dabei dieselben Regeln gelten. Zugegebenermaßen habe ich selbst ein Problem mit Süßigkeiten: Ich bin einfach süchtig danach. Wenn etwas im Haus ist, wird es sofort vernichtet. Deshalb lege ich hin und wieder einen zuckerfreien Monat ein. So gewöhne ich mich (zumindest vorübergehend) wieder an die natürliche Süße der Lebensmittel. In der letzten Zeit war es aber besonders Schlimm. Wir hatten dauernd Eis oder Schokolade da, die wir gegessen haben, wenn der Zwerg im Bett war: also heimlich. Das finde ich doof und außerdem finde ich Zucker aus bekannten Gründen auch doof. Deshalb ist jetzt erstmal Schluss damit. Seit zwei Wochen nehme ich Zucker nur noch über Lebensmittel zu mir, die von Natur aus süß sind (Obst, Gemüse…). Keine Schokolade, Eiscreme, Streuselschnecken usw. Bis jetzt fällt es mir überhaupt nicht schwer, aber Mal sehen was die Weihnachtszeit bringt. Der Genuss und ein gesunder Umgang stehen bei mir im Vordergrund. Ich will mich nicht quälen und halte absolut nichts von dogmatischen Verboten. Momentan macht mir das rumexperimentieren mit zuckerfreien Rezepten aber tatsächlich Spaß und ich fühle mich sehr gut dabei 🙂

Der Geburtstagskuchen

Auch heute beim Geburtstag war mir wichtig, dass es kein extra Kinder-Buffet gibt, sondern für Groß und Klein dieselben Regeln gelten. Deshalb sollte ein Geburtstagskuchen her, der mit der Süße von Obst auskommt und trotzdem schmeckt. Ohne Zucker – wie in der Überschrift  angekündigt – ist ja nicht ganz richtig. Der Kuchen enthält den natürlich vorkommenden Zucker der Früchte. Das hat aber den Vorteil, dass er so in Verbindung mit wertvollen Ballaststoffen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen wird.

Die Suche nach einem geeignetem Rezept hat mir ganz schön Kopfzerbrechen bereitet. An den meisten Rezepten stört mich, dass Haushaltszucker einfach durch andere Süßungsmittel wie Honig, Agavensirup usw. ausgetauscht, die Menge aber nicht reduziert wird. Mindestens genauso wichtig wie den Mehrwert von Mineralien usw. finde ich die Gewöhnung an den milden Süßgeschmack.

Nach dem ich unzählige Backbücher und das Internet durchforstet hatte, bin ich gestern zufällig auf eine gute, langjährige Freundin meiner Mutter gestoßen. Seit dem ich sie kenne, bereichert sie jedes Fest mit ihrem leckeren Apfelkuchen. Als ich ihr von meiner Suche nach einem guten Rezept erzählte, hat sie mir kurzer Hand die Zutaten für einen besonders einfachen und schnellen Apfel-Streusel-Kuchen diktiert.

Anstatt Zucker habe ich Banane und Datteln verwendet. Sonst bin ich dem Rezept aber treu geblieben. Für einen mild-süßen Kuchen hätte ich auch einfach die Zucker-Menge reduzieren können. Da Banane und Datteln über sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien aber sogar noch einen Mehrwert bieten, habe ich mich für diese Variante entschieden. Eigentlich habe ich mir umsonst den Kopf zerbrochen, weil man auf diese Weise nahezu jede Zutatenliste anpassen kann. Anstatt Banane und Datteln kann man auch alle anderen süßen Früchte bzw. Trockenfrüchte verwenden (Kaki, Mango, Weintrauben, Rosinen, Feigen,…).

Milde Süße – Nicht jedermanns Sache

Für Menschen die nicht an Vollkorn und eine milde Süße gewöhnt sind, schmeckt  der Kuchen vielleicht etwas zuuu gesund. Meine kleine Schwester ist eine absolute Naschkatze und für sie war das eher ein „Früchtebrot“, wie sie es vorsichtig ausgedrückt hat. Aber mein Kleiner hat den Kuchen absolut gefeiert. Ich habe ihm dazu ein bisschen Joghurt und einen Klecks Sahne gegeben und er hat gleich zwei Stücken verdrückt. Ich fand den Kuchen auch toll und werde ihn auf jeden Fall nochmal backen.

Das braucht Ihr für einen Kuchen (runde Springform)

  • 1 Banane
  • 3-5 Datteln, besonders gut eignen sich die fleischigen, aromatischen Medjool Datteln (gibt es z.B. auf Wochenmärkten oder bei Alnatura)
  • 100 g weiche Butter
  • 1 EL Mandelmus
  • 1 Ei
  • 1 EL Zitronensaft
  • 250 – 300 g Vollkornmehl. Ich habe frisch gemahlenes Kamutmehl genommen (inspiriert von diesem Blog). Das schmeckt schön nussig.
  • 2 TL Weinsteinbackpulver
  • 1 TL Ceylon Zimt
  • Mark einer Vanilleschote
  • 5 kleine Äpfel (ich habe 3 geschälte und 2 ungeschälte genommen, Sorte Elster)

Und so wird’s gemacht

  1. Den Ofen auf 180 Grad (Ober/Unter-Hitze vorheizen).
  2. Die Banane mit einer Gabel zerquetschen.
  3. Die Datteln klein schneiden und unter die Banane drücken bis ein einheitlicher Brei entsteht.
  4. Nun auch die Butter und das Mandelmus unterrühren (funktioniert gut mit einem Handrührgerät) und dann mit dem Ei und dem Zitronensaft vermengen.
  5. In einer anderen Schüssel das Mehl mit dem Backpulver, dem Zimt und der Vanille vermischen.
  6. Anschließend den Butter-Bananenbrei unter die Mehlmischung rühren bis sich Kleine Krümel bilden. Davon etwas weniger als die Hälfte zur Seite stellen und den übrigen Teig kurz mit den Händen verkneten und auf den Boden einer gefetteten Springform verteilen.
  7. Die Äpfel in schmale Spalten schneiden und nahezu lückenfrei auf den Teig-Boden legen.
  8. Schließlich die übrigen Teig-Brösel gleichmäßig über den Äpfeln verteilen und ab in den Ofen.
  9. Sind die Brösel nach ca. 30 bis 40 Minuten goldbraun gebacken, den Kuchen aus den Ofen nehmen und abkühlen lassen. Fertig!

Dazu schmeckt Sahne. Und wem das echt zu gesund ist, der schummelt ein bisschen Puderzucker drüber oder nimmt gesüßte Sahne 😉