Milch macht müde Männer munter! Oder doch eher schläfrig und krank?

Milch wird in ein Glas gegossen

Die Cookies schmecken besonders gut mit einer Tasse Tee oder einem Glas Milch. Aber ist Milch wirklich gesund? Eins steht fest: Milch, Käse, Joghurt und Co. sind reich an Mineralstoffen, Vitaminen und hochwertigen Eiweißen. Dennoch  gibt es einen regelrechten Anti-Milch-Trend. Nicht nur Veganer verzichten darauf.

Vertrage ich Milch?

In den letzten Jahren wurde ich oft gefragt, was man denn anstatt Milch trinken könne, weil die ja nicht so gut für uns sei. Auch mich haben öffentliche Diskussionen dazu verunsichert. So vermutete ich eine Zeitlang selbst lactoseintolerant zu sein, also den Milchzucker (Lactose) nicht zu vertragen. Ein Test beim Arzt hat mich dann aber eines besseren belehrt: Ich vertrage Milchzucker sehr gut.

Bauchschmerzen, ein unwohles Gefühl nach dem Essen kann viele Gründe haben. Oft hat man einfach zu viel, zu fettig, zu salzig oder zu süß gegessen. Auch andere gesunde Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsen- oder Tockenfrüchte können zu Bauchkrämpfen und Blähungen führen. Besonders, wenn man nicht gut kaut, zu schnell isst oder der Körper noch nicht daran gewöhnt ist.

Ein Test bringt Gewissheit

Zum Glück gehöre ich zu den etwa 80 bis 85 Prozent der Deutschen, die Lactose ohne Bedenken aufnehmen können und somit von den vielen Vorteilen von Milch und Milchprodukten profitieren kann. Menschen die meinen eine Unverträglichkeit zu haben, sollten das unbedingt bei einem Arzt testen lassen. Selbst wer lactoseintolerant ist, muss nicht komplett auf Milch und Milchprodukte verzichten. Welches Milchprodukt in welchen Mengen vertragen wird, kann gut mit einer professionellen Ernährungsfachkraft (VDOE oder DGE) abgeklärt werden. Wer auf Grund von Vermutungen keine Milch und Milchprodukte aufnimmt, verzichtet unnötiger Weise auf ein gesundes Lebensmittel.

Was Gutes in der Milch steckt

Milch und Milchprodukte tragen durch ihren hohen Calciumgehalt entscheidend zu unserer Knochengesundheit bei. Sie sind außerdem reich an Magnesium, Zink, Phosphor und Jod, Vitamin A, B, D, E, K und lebensnotwendigen Eiweißen, die der Körper gut aufnehmen kann. Außerdem enthalten sie zu einem gewissen Anteil auch so genannte konjugierte Linolsäuren (CLA). Das sind spezielle ungesättigte Fettsäuren, dessen positive Wirkung auf unsere Gesundheit Gegenstand der aktuellen Forschung ist.

Soja, Mandel, Reis-Trunk sind keine Milch

Oft wird nur auf Grund einer vermuteten Unverträglichkeit auf wertvolle Calciumquellen verzichtet und zu teuren Ersatzprodukten gegriffen. Diese Produkte enthalten von Natur aus meist kaum/kein Calcium, sondern werden künstlich angereichert. Das muss nicht schlecht sein, aber das natürlich vorkommende Calcium kommt in einem Verband mit anderen Mineralstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen vor, der so komplex ist, dass er nicht künstlich nachgeahmt werden kann. Es wird vermutet, dass oft nicht das Vitamin oder der Mineralstoff allein, sondern eben die Mischung besonders gesund ist. Deshalb raten Experten auch u.a. von einseitigen und hochdosierten Vitaminpillen ab. Können sie doch nie die komplexe, natürlich vorkommende Matrix wiedergeben.

Tipps zum Milchverzehr

Die DGE empfiehlt täglich drei bis vier Portionen Milch/ Milchprodukte aufzunehmen. Beispiel: Ein Glas Milch (1/4 Liter) einen Becher Joghurt – ohne Zucker, wer mag mit frischen Früchten – ein Käsebrot.

Da Milchprodukte auch sehr fettreich sind, sollte besser zu den fettarmen Varianten gegriffen werden. Bei den meisten Rezepten mit Sahne und Crème fraîche kann die Menge reduziert werden oder durch fettarmen Frischkäse ersetzt werden. Saure Sahne und Joghurt am Salat-Dressing, sind die leichte Variante für Mayonnaise. Schmeckt trotzdem lecker!