Auch während der Dunklen Jahreszeit genügend Sonne tanken und Knochen schützen

Junge in der Sonne im Herbstwald (tankt Vitamin D)

Die Tage werden spürbar kürzer. Wenn ich aufstehe, ist es noch dunkel. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ist es schon wieder dunkel. Das schlägt nicht nur aufs Gemüt, sondern kann auch der Gesundheit schaden. Nach Einschätzungen des Robert Koch Instituts ist die Mehrheit der Deutschen (rund 60 %) unzureichend mit Vitamin D versorgt (RKI 2014). Das „Sonnenvitamin“ wird zu 80 bis 90 % unter dem Einfluss von Sonnenlicht von unserem Körper selbst produziert – zumindest bei Personen, die sich regelmäßig an der frischen Luft aufhalten. Es nimmt somit eine Sonderstellung unter den Vitaminen ein, weil es nur zu einem geringen Anteil über die Nahrung – z. B. über fetten Seefisch wie Hering oder Lachs, Eier und Pilze – aufgenommen werden kann.

Vitamin D stärkt Knochen und Zähne

Vitamin D reguliert u.a. den Calcium – und Phosphathaushalt und unterstützt somit einen gesunden Zahn- und Knochenaufbau (sofern genug Calcium über die Nahrung aufgenommen wird!!!). Herrscht ein Mangel, kann es zur Osteoporose kommen: die Knochendichte wird abgebaut, das Risiko für Brüche steigt. Außerdem wird ein geringer Vitamin-D-Gehalt im Blut mit weiteren chronischen Erkrankungen wie Darmentzündungen, Typ-1-Diabetes, Rheuma und Krebs in Verbindung gebracht.

Herbst-/Wintermonate sind zu dunkel

In Deutschland reicht die Sonnenstrahlung von Oktober bis März nicht aus, um eine ausreichende Vitamin D-Produktion zu garantieren. Das bedeutet aber nicht, dass wir jetzt alle zur „Vitamin-Pille“ greifen müssen. Wie viel Vitamin D ein Mensch produziert, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von diversen Faktoren wie Hauttyp, Alter, Kleidung, Sonnenschutzmitteln, Aufenthaltsdauer im Freien und Jahreszeit ab.

Vitamin-D-Präparate nur in Ausnahmefällen

Vitamin-D-Präparate sollten nur eingenommen werden, sofern eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde. Ein Zuviel an Vitamin D kann zu Nierensteinen und Nierenverkalkungen führen. Personen die sich selten im Freien aufhalten, eine dunkle Haut haben, verschleiert rumlaufen und/oder ältere Menschen – weil die Fähigkeit der Vitamin-D-Produktion im Alter nachlässt! – gehören zur Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel und sollten sich ggf. testen lassen (Kosten ca. 20 bis 30 Euro).  Säuglinge bekommen standardmäßig bis zum Ende des 1. Lebensjahres zusätzlich Vitamin D verschrieben, u.a. weil sie zum Schutz ihrer sensiblen Haut kaum der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.

So füllen wir unsere Vitamin-D-Speicher

Die gute Nachricht ist, dass wir unsere Vitamin-D-Speicher im Frühling und Sommer leicht auffüllen und im Winter verfügbar machen können. Man sollte sich deshalb aber auf keinen Fall ständig und schon gar nicht im Sommer zur Mittagszeit in die Sonne legen. So steigt das Risiko für Hautkrebs. Auch das Solarium ist keine Lösung: Es schadet nur der Haut, anstatt die Vitamin-D-Produktion anzukurbeln.

Eine intensive Sonnenstrahlung ist nicht unbedingt nötig. Selbst wer im Winter eingepackt in Klamotten nur mit freiem Gesicht und freien Händen für ca. eine halbe Stunde raus geht oder am offenem Fenster sitzt, produziert bereits etwas Vitamin D. Am besten schützt ihr euch, wenn ihr zu jeder Jahreszeit an die frische Luft geht: Spaziergänge, Blätter- oder Schneeball-Schlachten, Joggen, Fahrradfahren…  Dazu noch ein bis zweimal die Woche fetten Seefisch, der übrigens zusätzlich wertvolles Jod und hochwertige mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, hin und wieder eine Ei oder Pilze und ihr solltet ausreichend mit Vitamin D versorgt sein– auch ohne teure, risikobehaftete Nahrungsergänzungsmittel.

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