Schnelles Vollkorn-Hirsebrot (ohne Kneten und lange Wartezeiten)

Vollkorn-Hirsebrot

Kaum ein Land hat so viele Brotsorten wie wir. Neben hervorragenden Bäckermeistern gibt es aber leider auch jede Menge geschmacklose Massenprodukte. Immer weniger Bäcker backen wirklich nach eigener Rezeptur. Anstatt dessen arbeiten sie mit Tiefkühlware und Fertigbackmischungen.

Bei Brot lege ich großen Wert auf Vollkorn. Im Vergleich zu anderen Mehl-Typen enthalten Vollkornmehle nämlich den höchsten Anteil an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.

Entgegen eines allgegenwärtigen Missverständnisses bedeutet Vollkorn übrigens nicht gleich kernig und dunkel. Vollkornmehle enthalten zwar sämtliche Bestandteile des gereinigten Korns, also neben dem Keimling auch die mineral –und ballaststoffreichen Randschichten. Diese können aber fein vermahlen werden.

In Bio-Bäckereien gibt es eine große Auswahl an guten Vollkornbroten. Trotzdem backe ich mir mein Brot hin und wieder selbst, weil es mir einfach Spaß macht und besonders gut schmeckt. Außerdem enthalten gekaufte Brote oft viel Salz oder sogar Zucker. Das ist gar nicht nötig. Probiert es doch mal selbst aus 🙂

Das braucht ihr für ein Hirsebrot

  • 1 Würfel frische Hefe
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 knappen EL Salz (weniger ist mehr 😉
  • 4 EL Apfelessig
  • 400 g Weizen- oder Dinkelvollkornmehl (für das abgebildete Brot habe ich Dinkel verwendet)
  • 100 g Roggen- oder Einkornvollkornmehl (für das abgebildete Brot habe ich Einkorn verwendet)
  • 150 g Hirse- oder Haferflocken (für das abgebildete Brot habe ich Hirse verwendet)
  • Butter, Ghee oder Kokosöl zum fetten der Form
  • Optional 100 g Saaten / Anmerkung: Falls ihr kerniges Brot nicht gewohnt seid, gründlich kauen und erstmal nur 50 g verwenden oder ganz weg lassen. Die Saaten sind für „Anfänger“ und empfindliche Personen schwer verdaulich und können zu Blähungen führen (für das abgebildete Brot habe ich einen Mix aus Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Sesam, Leinsamen und Pinienkernen verwendet)
  • Optional Saaten zum Bestreuen

Und so wird’s gemacht

  1. Die Hefe in dem lauwarmen Wasser lösen. Salz und Essig hinzufügen, verrühren.
  2. Mehl und Flocken in einer großen Schüssel vermischen und dann den Hefe-Mix mit einem Löffel oder einer Küchenmaschine unterrühren. Nicht wundern, der Teig soll recht weich sein.
  3. Kastenform mit Backpapier auslegen oder besser noch einfetten.  Aus Rücksicht auf die Umwelt und weil ihr so die Saaten an die Außenseite des Brotes bringen könnt: Einfach die gefettete Form gleichmäßig damit bestreuen und dann den Teig einfüllen. Glattstreichen, mit einem Messer tief einschneiden, mit etwas Wasser bestreichen und nach Belieben mit Saaten bestreuen.
  4. Das Brot kommt dann für ca. 60 Minuten bei 190 Grad Ober-Unter-Hitze in den kalten Ofen (ich versuche die Temperatur niedrig zu halten, damit möglichst wenig Acrylamid entsteht). Am besten ihr macht nach einer Stunde Backzeit mit einem Holzstab (z. B. Zahnstocher) die Garprobe: In das Brot pieken, wenn kein Teig, sondern vereinzelte Krümel dran sind, ist es gut durch gebacken.
  5. Das fertige Brot aus der Form stürzen und auskühlen lassen.

Einfach mit Butter und etwas Salz – köstlich!! Das Brot hält sich ca. eine Woche und schmeckt auch getoastet sehr gut. Danke Barbara für das tolle Rezept!

Wenn Ihr Lust auf Brötchen habt, empfehle ich Euch dieses einfache Quarkbrötchenrezept.

Nachtrag vom 15.12.2017: Vielleicht habt Ihr es gemerkt: Ich habe das Rezept etwas verändert bzw. verfeinert. Ich hoffe es gefällt Euch. Die Tricks  mit der gefetteten Form, dem tiefen Einschneiden und dem kalten Ofen (dafür längere Backzeit) habe ich mir bei Melanie und Sönke abgeguckt. Auf ihren Blog www.vollwert-blog.de findet ihr noch weitere tolle Brotrezepte.