Vollwertige Vanillekipferl, Adventskranz mit Moos und wie der Zauber zurück in mein Weihnachtsfest kam

vollwertige Vanillekipferl mit Einkorn

Nur noch drei Tage, dann ist der erste Advent. Ob ich mich Freue? Hmm. Weihnachten und ich, das ist so eine Sache. In meiner Kindheit gab es kaum was Schöneres. Doch mit dem Glauben an den Weihnachtsmann verflog auch eine große Portion Zauber und das Fest der Liebe wurde mehr und mehr zu einem inhaltslosen Konsumrummel.

Mein Unmut ging so weit, dass ich mit 22 beschloss, über die Feiertage in London zu bleiben, wo ich damals studierte. Am 24. Dezember kochte ich mir ganz alleine Spaghetti (immerhin!), trank viel Wein und guckte die Christmas Poo von South Park im Fernsehen.

Das scheint im Rückblick vielleicht sogar ganz witzig, aber tatsächlich war es der traurigste Heiligabend überhaupt, voller düsterer Gedanken. Weil es Weihnachten eben nicht nur um Konsum geht, sondern – ja es stimmt wirklich! – vor allem um Liebe und Nähe. Jede noch so blöde Weihnachtsgeschichte handelt davon. Aber was hinter der Gefühlsduselei und dem Kitsch steckt, ist mir erst so richtig, richtig klar, seit dem ich selbst Kinder habe. Und um die einleitende Frage zu beantworten: Ja, ich freue mich auf die Weihnachtszeit, sehr sogar. Denn der Zauber ist ein Stück weit zurück gekehrt und zwar in Form von:

1. Leuchtenden Kinderaugen

2. Zeit! Zusammen genießen, nicht auf die Uhr gucken, einfach beisammen sein.

3. Selbstgebackenen Plätzchen. Gemütlich mit Freunden Kneten, Formen und dabei ausgiebig Quatschen. Wie gut dann die Wohnung duftet und wie lecker alles schmeckt! Diese Vanillekipferl gehören definitiv zu meinen Lieblings-Plätzchen. Weil sie vollwertig und trotzdem süß und knusprig sind. Mein Vierjähriger hat bewiesen, dass man aus dem brüchigen Teig sogar Männchen formen kann (siehe Bild oben) 😜

Das braucht Ihr für 1-2 Bleche vollwertige Vanillekipferl

  • 100 g Vollkorn-Dinkel-Mehl
  • 50 g Einkorn-Mehl (am besten frisch gemahlen)
  • 60 g Vollrohrzucker/Rapadura
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 1/2 TL geriebene Bourbon Vanille
  • 125 g weiche Butter
  • 2 Eigelb (das Eiweiß könnt ihr natürlich weiter verwenden, z. B. für diese Kokosmakronen. Es sollte aber möglichst noch am selben Tag verarbeiten und im Kühlschrank aufbewahrt werden).

vollwertiger Vanillekipferl mit Einkorn

Und so wird’s gemacht

  1. Mehl, Zucker, Mandeln und Vanille mischen.
  2. Butter und Eigelb dazu und den Teig mit den Händen oder einer Küchenmaschine kräftig durchkneten bis eine einheitliche Masse entsteht (keine unnötige Perfektion: der fertige Teig darf kleine verbleibende Butterstücke enthaltenen 😉)
  3. Teig für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank.
  4. Ofen auf 175° C Ober-Unter-Hitze vorheizen.
  5. Währenddessen aus dem Teig ca. 30 Hörnchen formen und mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.
  6. Blech für 15 bis 20 Minuten auf die mittlere Schiene des Ofens. Herausholen sobald die Plätzchen etwas Farbe annehmen. Achtung: Direkt aus dem Ofen sind die Kekse sehr zerbrechlich, fast porös. Sie härten aber noch aus, deswegen unbedingt mindestens 10 Minuten auskühlen lassen!!!

4. Selbstgemachten Dingen wie diesem Adventskranz:

Er ist nicht perfekt und hinterlässt überall Erdkrümel, aber wenn ich ihn angucke, sehe ich das Moos, dass ich gemeinsam mit meinem Vierjährigen bei einem Waldspaziergang gesammelt habe 😍 Mir gefällt auch, dass der Kranz nicht nach einer Saison im Müll landet, sondern mehrmals genutzt werden kann.

Das braucht ihr für einen Kranz

  • Moos
  • Strohkranz (Bastelladen)
  • Goldenen Draht (Bastelladen)
  • Haarspray
  • großen Teller
  • 4 Kerzen
  • Deko nach belieben

Und so wird’s gemacht

  1. Moos von Baumstämmen oder Waldboden lösen, weitestgehend von Erde befreien und auf Zeitungspapier über der Heizung trocknen.
  2. Die Moosstücken mit dem Draht auf dem Strohkranz befestigen.
  3. Anschließend  eventuell entstandene Lücken mit Moos nachstopfen.
  4. Kranz mit Haarspray einsprühen, damit er seine grüne Frische behält.
  5. Kranz auf einen großen Teller setzen und die Kerzen in die Mitte stellen.
  6. Nach belieben dekorieren 😊

Gehetzt und gezwungen Geschenke shoppen in vollgestopften Läden, ist mir immer noch ein Graus. Deswegen verschenke ich am liebsten selbstgemachte Kekse und Pralinen. Dafür möchte ich bei Gelegenheit unbedingt die folgenden „Gutfürdich-Plätzchen“ ausprobieren:

  1. Lebkuchen, Nussstangen und Spritzgebäck vom Vollwertblog by Melanie & Sönke
  2. Vollwertige Dattelröllchen vom Blog Emilies Treats by Emilie
  3. Weihnachtliche Kokos-Mandel-Makronen vom Blog My Daily Green by Sandra 💕

Mit etwas Lebkuchengewürz machen sich die rohköstlichen Brownie -Pralinen bestimmt auch prima auf weihnachtlichen Adventstellern.

Was ist für Euch das Schönste in der Weihnachtszeit und worauf könnt ihr gut und gerne verzichten?

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