Zimtschnecken: Das Original und das Original vollwertig verfeinert

Zimtschnecken mit einem Glas Milch

Als wir vor einiger Zeit bei Freunden zu Besuch waren, spielten die Kinder Astrid Lindgrens „Wir Kinder aus Bullerbü“ nach. Total vertieft ins Spiel gab es dann auch unsichtbare Zimtschnecken für die Großen. Als ich fallen ließ, dass wir die ja auch Mal selber backen können, bekam ich neugierige Blicke: „Wirklich? Kannst Du sowas?“

Nach zwei Wochen hatte ich die Sache längst vergessen. Nicht so die sechsjährige Freundin unseres Sohnes. Ihre Mutter rief an und teilte uns mit, dass ihre Tochter wissen wolle, wann wir denn nun zum Backen vorbeikommen. Also verabredeten wir uns. Ich kaufte die Zutaten und legte gemeinsam mit den drei stolzen, kleinen Back-Gehilfen los, die kräftig mitkneteten und fleißig formten.

Ich bin Zimtschnecken das erste Mal bei meinem Mann begegnet. Er hat das große Glück, dass seine Mutter ihn schon als Kind mit diesem leckeren Hefegebäck verwöhnte.

Im Folgenden findet ihr einmal das Original-Rezept (siehe Foto), weil es so himmlisch gut ist und dabei so simpel. Man braucht nur ein wenig Geduld wegen der Hefe-Wartezeiten.

Außerdem noch ein vollwertige Variante mit weniger Zucker. Die sind optisch nicht ganz so schön. Aus meiner Erfahrung greifen hier aber selbst an reichlich Zucker gewöhnte Kinder zu. Werden beide Sorten angeboten, ist natürlich klar, wer das Rennen macht 😉

 Das braucht ihr für ca. 20 Zimtschnecken

  • 10 Kardamomkapseln
  • 500 g Mehl, Typ 550 (für die „gesunden“ Zimtschnecken die Hälfte mit Vollkorn-Weizen oder Vollkorn-Dinkelmehl ersetzen)
  • 220 ml fettarme Milch
  • ½ Würfel Hefe (20 g)
  • 1 Ei
  • 120 g weiche Butter
  • 140 g Voll-Zucker (70 Gramm für die „gesunden“ Zimtschnecken)
  • 3-4 TL Ceylon-Zimt

Und so wird’s gemacht

  1. Kardamom-Kapseln öffnen und die Samen in einem Mörser ganz fein mahlen.
  2. Mehl mit Kardamom vermischen, in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine Vertiefung drücken.
  3. Milch lauwarm erhitzen und die Hefe darin auflösen.
  4. Milch-Hefe-Mischung in die Mulde gießen, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort (Heizungs-Nähe) 15 Minuten gehen lassen.
  5. Das Ei verquirlen und 3 EL davon beiseite Stellen.
  6. Das restliche Ei mit mehr als der Hälfte der Butter (80 g) und 70 g (20 g für die „gesunden“ Zimtschnecken) des Zuckers zum Teig geben und kräftig mit den Händen durchkneten bis ein glatter Teig entsteht. Ist die Masse zu klebrig, einfach etwas Mehl dazu. Dann nochmal abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.
  7. Den Teig auf einer bemehlten Fläche gut durchkneten und dann mit einer Küchenrolle ein 30 x 40 cm großes Rechteck ausrollen.
  8. Die restliche Butter schmelzen (40 g) und das Rechteck damit bestreichen.
  9. Den restlichen Zucker (70 g bzw. 40 g für die „gesunden“ Zimtschnecken) mit dem Zimt mischen und gleichmäßig über die zerlassene Butter streuen.
  10. Den Teig von der langen Seite her aufrollen und mit einem scharfen, großen Messer in 18 bis 20 Scheiben schneiden.
  11. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen, die Zimtschnecken darauf verteilen und noch ein letztes Mal 15 Minuten ruhen lassen. Der Teig geht noch auf, deswegen die Bleche nicht zu dicht belegen!
  12. In der zwischen Zeit den Ofen auf 210 Grad Ober/Unter-Hitze vorheizen.
  13. Mit dem übrig gebliebenen Ei die Zimtschnecken großzügig bestreichen und die Bleche nacheinander jeweils für circa zehn Minuten in den Ofen bis sie goldbraun sind. Vorsicht: Der Boden brennt schnell an. Sollte das Gebäck nach zehn Minuten oben noch zu blass aussehen, unten aber schon dunkelbraun werden, das Blech in die oberste Schiene setzten und unter Beobachtung noch ein paar Minütchen weiter backen.

Zehn Minuten abkühlen lassen und noch warm genießen. Am besten mit einem schönen Glas kalter Heu-Milch von Demeter. So haben wir es jedenfalls gemacht 😉

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